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24.05.2018

Mendener Firma MPG stellt Azubis nach Eigenbedarf ein

Artikel aus "Westfalenpost" vom 24.05.2018

Richard Hauf (21) aus Menden und David Stach (19) aus Balve befinden sich derzeit in der Ausbildung zum Industriemechaniker bei MPG in Menden.

Richard Hauf (21) aus Menden und David Stach (19) aus Balve befinden sich derzeit in der Ausbildung zum Industriemechaniker bei der MPG Mendener Präzisionsrohr GmbH. Das Unternehmen stellt Wärmetauscherrohre und wärmetechnische Produkte her. Rund 90 Prozent der Rohre werden exportiert und weltweit in Kraftwerke, Raffinerien, im Schiffsbau und in Meerwasserentsalzungsanlagen eingebaut. Richard Hauf und David Stach sind in ihrem Ausbildungsberuf bei der MPG vorerst die letzten Azubis im Bereich des Industriemechanikers. Hier zeigt sich die Ausrichtung des Mendener Unternehmens, Auszubildende nur nach Eigenbedarf einzustellen. „Wenn wir feststellen, dass wir in einem Bereich gut aufgestellt sind, dann bilden wir dort auch nicht weiter aus“, ist es Geschäftsführer Dr. Andreas Gahl wichtig. „Für die kommenden Jahre bieten wir Ausbildungen zur/m Maschinen- und Anlagenführer/in an.“

Immer weniger Bewerbungen

Wie andere Betriebe bekommt die MPG seit ein paar Jahren immer weniger Bewerbungen. „Für uns ist die Qualität unserer Mitarbeiter aber entscheidend. Wenn in einem Jahr nur wenige geeignete Bewerber da sind, dann bilden wir auch schon mal nur zwei Kandidaten aus“, sagt Gahl. Um die hohe Qualität zu sichern, werden im Unternehmen kaum Leiharbeiter eingesetzt, sondern die Mitarbeiter gezielt im eigenen Unternehmen gefördert und ausgebildet.

Die meisten Azubis beginnen im Alter zwischen 17 und 20 Jahren ihre Ausbildung bei der MPG. Aber auch für ältere Interessenten besteht die Möglichkeit, hier Fuß zu fassen. „Es ist immer von Vorteil, wenn ein Bewerber schon für seine eigene Lebensorganisation verantwortlich ist“, weiß Gahl aus Erfahrung.

Azubis packen überall mit an

Momentan sind rund 150 Mitarbeiter und neun Auszubildende bei der MPG beschäftigt. Durchschnittlich sind es zwei bis vier Azubis pro Ausbildungsjahr. Richard Hauf und David Stach sind im zweiten Lehrjahr zum Industriemechaniker. Sie gehen mit den Gesellen mit und packen überall mit an. Je nach Lehrjahr sind die Azubis ein bis zwei Mal pro Woche in der Berufsschule. Im Unternehmen halten sie sich die meiste Zeit in der firmeneigenen Werkstatt auf. Wenn eine Maschine nicht mehr läuft oder andere Probleme auftreten, dann werden die beiden und ihre Kollegen aus der Instandhaltungsabteilung gerufen. Über mangelnde Arbeit können sie sich nicht beklagen, hat der Firmensitz doch alleine schon eine Grundstücksgröße von 100 000 Quadratmetern – was umgerechnet knapp 15 Fußballfeldern entspricht. „Unsere Großmaschinen werden von Hause aus selber repariert“, erklärt Gahl. „Wir hätten gar nicht die Möglichkeit, auf externe Unternehmen zu warten.“ Bei den Maschinen wirken enorme mechanische Kräfte, die MPG-Maschinen laufen rund um die Uhr. Da sei es normal, dass Verschleißteile regelmäßig ausgetauscht und Maschinen gewartet werden müssen.

Abwechslungsreiche Aufgabenfelder

Im Zuge ihres Vorstellungsgespräches wurden Richard Hauf und David Stach zu einem Firmenrundgang eingeladen. Die abwechslungsreichen Aufgabenfelder und die günstige geografische Lage des Unternehmens waren schließlich ausschlaggebend für ihre Zusage.

Die technische Grundausbildung erfolgt im Verbund mit der Lehrwerkstatt von Lhoist Germany/Rheinkalk GmbH. „Die Zusammenarbeit klappt wunderbar“, weiß Iris Neuhaus aus der Personalabteilung und ist von der hohen Ausbildungsqualität bei den Azubis überzeugt.

Derzeit befinden sich auch zwei Frauen in der Ausbildung bei MPG. Doch eines ist klar. „Alle werden hier gleichberechtigt behandelt“, betont Gahl, „und wir sind natürlich völlig offen für weitere interessierte Frauen.“